BerufsorientierungBORS!fit für die Zukunft!
BORS
Berufsorientierung an der Realschule
Den eigenen Weg entdecken und gestalten
Die Berufliche Orientierung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Bildungs- und Erziehungsauftrags. Sie beginnt an der Friedrich-Realschule bereits in Klasse 5 und begleitet unsere Schülerinnen und Schüler bis zu ihrem Schulabschluss.
Unser Ziel ist es, die Jugendlichen dabei zu unterstützen,
- ihre Interessen, Fähigkeiten und persönlichen Stärken zu erkennen,
- unterschiedliche Berufe und Bildungswege kennenzulernen,
- praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln,
- ihre Erfahrungen zu reflektieren,
- eine begründete Entscheidung für ihren weiteren Weg zu treffen und
- den Übergang in eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule erfolgreich zu gestalten.
Dabei orientiert sich unser Konzept an den vier Qualitätsbereichen der Beruflichen Orientierung in Baden-Württemberg:
- Interessen, Fähigkeiten und Werte analysieren,
- Berufs- und Arbeitswelt erkunden,
- Erfahrungen einordnen, reflektieren und Entscheidungen treffen,
- die eigenen beruflichen Ziele realisieren.
Ausgezeichnete Berufsorientierung
Die Friedrich-Realschule wurde im Jahr 2023 erneut mit dem BoriS-Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg rezertifiziert.
Das Siegel bestätigt, dass die Berufsorientierung an unserer Schule systematisch aufgebaut, im Schulkonzept verankert und gemeinsam mit zahlreichen außerschulischen Partnern umgesetzt wird.
Berufsorientierung verstehen wir nicht als einzelne Veranstaltung kurz vor dem Schulabschluss. Sie ist eine Aufgabe der gesamten Schule und wird in verschiedenen Fächern, Projekten, Beratungsgesprächen und Praxiserfahrungen umgesetzt.
Berufsorientierung von Klasse 5 bis Klasse 10
Klassen 5 und 6: Interessen entdecken
In den Klassen 5 und 6 geht es zunächst darum, eigene Interessen, Begabungen und Fähigkeiten wahrzunehmen.
Fachbezogene Projekte, insbesondere in den Bereichen MINT, Medienbildung, Technik und soziales Lernen, eröffnen erste Einblicke in unterschiedliche Tätigkeitsfelder und Berufe.
Die Schülerinnen und Schüler erleben, dass Fähigkeiten nicht nur in einzelnen Schulfächern sichtbar werden. Kreativität, handwerkliches Geschick, Verantwortungsbereitschaft, Teamfähigkeit, sprachliche Fähigkeiten und technisches Verständnis können für die spätere Berufswahl gleichermaßen wichtig sein.
Klasse 7: Verantwortung übernehmen
In Klasse 7 sammeln die Schülerinnen und Schüler praktische Erfahrungen im sozialen Bereich.
Im Rahmen eines Sozialpraktikums lernen sie beispielsweise Einrichtungen für ältere Menschen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen oder andere gemeinnützige Arbeitsfelder kennen.
Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen, soziale Berufe kennenzulernen und die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren.
Klasse 8: Erste intensive Praxiserfahrungen
In Klasse 8 setzen sich die Schülerinnen und Schüler im Fach WBS sowie im Deutschunterricht intensiv mit ihren Interessen, Fähigkeiten und beruflichen Vorstellungen auseinander.
Sie lernen,
- Bewerbungen und Lebensläufe zu verfassen,
- Unternehmen zu recherchieren,
- eigene Stärken zu benennen und
- sich auf Praxiserfahrungen vorzubereiten.
Zu den zentralen Bausteinen gehören der Girls’Day und Boys’Day sowie das erste Betriebspraktikum.
Girls’Day und Boys’Day
Alle Schülerinnen und Schüler der achten Klassen nehmen verbindlich am Girls’Day beziehungsweise Boys’Day teil.
Dabei sollen sie insbesondere Berufe kennenlernen, die nicht den traditionellen Rollenbildern ihres Geschlechts entsprechen. Die Erfahrungen werden anschließend im Unterricht ausgewertet.
Erstes Betriebspraktikum
Die Schülerinnen und Schüler absolvieren ein einwöchiges Praktikum.
Sie suchen ihren Praktikumsplatz grundsätzlich selbstständig und werden dabei durch ihre Lehrkräfte, die Jugendberufshilfe und die Berufsberatung unterstützt.
Das Praktikum wird im Unterricht vorbereitet, durch die Schule begleitet und anschließend ausgewertet.
Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Erfahrungen und prüfen, ob das kennengelernte Berufsfeld zu ihren Interessen, Fähigkeiten und Erwartungen passt.
Klasse 9: Berufswahl konkretisieren
In Klasse 9 wird die Berufliche Orientierung vertieft.
Die Schülerinnen und Schüler absolvieren ein weiteres einwöchiges Betriebspraktikum. Die Erfahrungen aus beiden Praktika werden dokumentiert, präsentiert und reflektiert.
Darüber hinaus findet die Karrierewoche statt:
Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, Job Central, Unternehmen, Krankenkassen, ehemaligen Schülerinnen und Schülern sowie weiteren Partnern werden unterschiedliche Angebote durchgeführt.
Dazu können gehören:
- Informationen über Wege nach der Realschule,
- Erkundung eigener Interessen und Kompetenzen,
- Berufswahltests,
- Bewerbungstraining,
- simulierte und filmisch ausgewertete Bewerbungsgespräche,
- Einstellungstests,
- Übungen aus Assessment-Centern,
- Gespräche mit Auszubildenden,
- Gespräche mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern,
- Informationen über Betriebe und Ausbildungsberufe,
- Vorbereitung auf Ausbildungsmessen,
- Motivations- und Persönlichkeitstrainings.
Die Karrierewoche verbindet Informationen mit praktischen Übungen und persönlichen Begegnungen.
Die Jugendlichen können Fragen stellen, eigene Vorstellungen überprüfen und konkrete nächste Schritte planen.
Klasse 10: Den Übergang gestalten
In Klasse 10 steht die konkrete Gestaltung des Übergangs im Mittelpunkt.
Die Schülerinnen und Schüler werden dabei unterstützt,
- Bewerbungen zu schreiben,
- Ausbildungsplätze zu finden,
- sich über weiterführende Schulen zu informieren,
- Aufnahmeverfahren vorzubereiten und
- eine tragfähige Anschlussperspektive zu entwickeln.
Besonders wichtig ist uns, dass möglichst kein Jugendlicher die Schule ohne eine klare Perspektive verlässt.
Arbeitswelt im Wandel
Ein besonderer Schwerpunkt unserer Berufsorientierung ist das Projekt „Arbeitswelt im Wandel“ – AiW.
Die Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs arbeiten über einen längeren Zeitraum in projektähnlichen Strukturen.
Sie übernehmen Aufgaben, bewerben sich auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche, arbeiten mit Unternehmen und Fachleuten zusammen und präsentieren ihre Ergebnisse öffentlich.
Dabei lernen sie nicht nur unterschiedliche Berufsfelder kennen. Sie erwerben auch wichtige überfachliche Kompetenzen:
- selbstständiges und verantwortliches Arbeiten,
- Kommunikation mit Unternehmen und externen Partnern,
- Teamarbeit und Konfliktlösung,
- Projekt- und Zeitplanung,
- Recherche und Informationsbewertung,
- Präsentation und öffentliches Auftreten,
- Medienproduktion und digitale Zusammenarbeit.
Durch die wechselnden thematischen Schwerpunkte werden technische, kaufmännische, soziale, kreative, mediale und unternehmerische Tätigkeitsfelder sichtbar.
Individuelle Beratung
Berufliche Orientierung ist ein persönlicher Prozess.
Deshalb erhalten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 individuelle Unterstützung.
An unserer Schule arbeiten Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Jugendberufshilfe und weitere Partner eng zusammen.
Die Beratung umfasst unter anderem:
- Unterstützung bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen,
- Rückmeldung zu Bewerbungsunterlagen,
- Beratung zu Ausbildungsberufen und weiterführenden Schulen,
- Vorbereitung von Bewerbungsgesprächen,
- Hilfe bei der Einschätzung eigener Stärken und Möglichkeiten,
- Begleitung bei noch ungeklärten Anschlussperspektiven.
Die Jugendberufshilfe und die Berufsberatung bieten regelmäßig Beratungstermine an der Schule an.
In gemeinsamen BO-Gesprächen tauschen sich Klassenleitungen und beteiligte Beratungspartner über die beruflichen Vorstellungen und Unterstützungsbedarfe der Schülerinnen und Schüler aus.
Daraus werden bei Bedarf weitere Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen abgeleitet.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Eltern und Erziehungsberechtigte sind wichtige Partner im Berufswahlprozess.
Sie werden regelmäßig über Praktika, Beratungsangebote, Bildungswege und Möglichkeiten nach dem Realschulabschluss informiert.
Zu den Angeboten gehören:
- Informationen bei Klassenpflegschaftssitzungen,
- Informationsabende für die Klassen 9 und 10,
- Vorstellung beruflicher und weiterführender Schulen,
- gemeinsame Beratungsgespräche mit Eltern und Jugendlichen,
- Informationsangebote mit Berufsberatung und Jugendberufshilfe,
- bei Bedarf mehrsprachige und niedrigschwellige Elternberatung.
Durch Eltern-Info-Cafés und muttersprachliche Beratung können auch Familien erreicht werden, die mit dem deutschen Ausbildungs- und Schulsystem noch wenig vertraut sind.
Lernen an außerschulischen Orten
Ausbildungsmessen, Betriebserkundungen und Begegnungen mit Auszubildenden machen die Arbeitswelt unmittelbar erfahrbar.
Die Schülerinnen und Schüler besuchen regionale Informations- und Ausbildungsmessen. Der Besuch wird vorbereitet und anschließend gemeinsam ausgewertet.
Ziel ist es,
- Kontakte zu Unternehmen aufzunehmen,
- Ausbildungsangebote kennenzulernen,
- verschiedene Berufsfelder zu vergleichen und
- eigene Fragen mit Fachleuten und Auszubildenden zu besprechen.
Langjährige Bildungspartner und zahlreiche weitere Unternehmen aus der Region unterstützen die Friedrich-Realschule durch:
- Betriebsbesichtigungen,
- Praktikumsplätze,
- Ausbildungsbotschafterinnen und Ausbildungsbotschafter,
- Bewerbungstrainings,
- Workshops und Vorträge,
- Experteninterviews,
- Projektaufträge und
- die Mitarbeit bei „Arbeitswelt im Wandel“.
Dokumentation der Beruflichen Orientierung
Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Praxiserfahrungen, erworbenen Kompetenzen, Rückmeldungen und Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen BO-Portfolio.
Hierzu wird unter anderem der Qualipass eingesetzt.
Er begleitet die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 und wächst durch Praktikumsnachweise, Rückmeldungen und weitere Bescheinigungen zu einer persönlichen Dokumentation der beruflichen Entwicklung.
Darüber hinaus soll die Dokumentation der Beruflichen Orientierung zunehmend digital erfolgen, so dass die BerufswahlAPP eigeführt wird.
Wege nach der Friedrich-Realschule
Nach dem Realschulabschluss stehen unseren Schülerinnen und Schülern viele Wege offen:
- duale Ausbildung,
- schulische Ausbildung,
- berufliches Gymnasium,
- Berufskolleg,
- weitere berufliche Schulen,
- Freiwilligendienst,
- andere geeignete Anschlussmöglichkeiten.
Uns ist wichtig, berufliche und akademische Bildungswege gleichwertig darzustellen.
Entscheidend ist nicht, welcher Weg vermeintlich höherwertig erscheint, sondern welcher Weg zu den Interessen, Fähigkeiten und Zielen des einzelnen Jugendlichen passt.
Unsere Partner
Die Friedrich-Realschule arbeitet unter anderem zusammen mit:
- der Berufsberatung der Agentur für Arbeit,
- Job Central und der Jugendberufshilfe,
- dem Bildungsbüro und Integration Central der Stadt Weinheim,
- beruflichen und weiterführenden Schulen,
- regionalen Unternehmen und Bildungspartnern,
- Kammern, Verbänden und Krankenkassen,
- Ausbildungsbotschafterinnen und Ausbildungsbotschaftern,
- ehemaligen Schülerinnen und Schülern,
- Eltern und weiteren Fachleuten.
Diese Zusammenarbeit ermöglicht eine praxisnahe, individuelle und verlässliche Berufsorientierung.
Die regionale Steuergruppe Übergang Schule-Beruf hat in einem Padlet - einer Art Pinnwand - alle Angebote der Stadt Weinheim und Umgebung gebündelt
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